Veranstaltung

Donnerstag, 27. Juni 2024, 19:00 Uhr

Deborah Jeromin

Arbeits-Präsentation


Stipendiatin der GEDOK-Schleswig-Holstein

„Oma Lübeck“

27.06.2024 um 19 Uhr
in der Holstenstr. 14-16, 2355 Lübeck
2. Stock, Aufzug vorhanden

Das Aufenthalts-Stipendiums in Lu?beck bei der
GEDOK Schleswig-Holstein hat mich auf die Spuren meiner Großmutter gefu?hrt, die hier u?ber 40 Jahre gelebt hat und, die deswegen in meiner Kindheit „Oma Lu?beck“ hieß.
Die Mutter meines Vaters sammelte Pilze
im Lauerholz und liebte es, zum Baden zu fahren.
Sie baute Gemu?se in ihrem Schrebergarten an,
fu?hrte einen sparsamen Haushalt und nähte
fu?r ihre drei Söhne.
Sie war so alt wie ich jetzt als sie Mitte der 1960er Jahre mit ihrer Familie nach Lu?beck in die Stellbrinkstraße kam. Wie hat es sich angefu?hlt in den dortigen Neubau zu ziehen? Was waren ihre ersten Eindru?cke von der Stadt, in der mein Vater zur Schule ging und meine Mutter später ihr Refrendariat machte?
Dieser Frage bin ich während meiner Zeit in Lu?beck nachgegangen. Auf den ersten Eindruck ein sehr
persönliches Projekt, stellte sich heraus, dass es um Frauen-Biografien einer ganzen Generation geht. Durch das 2019 von der GEDOK Mitteldeutschland initiierte Projekt LUX:Frauenarbeit wurde eine Auseinandersetzung mit den Erwerbsbiografien von Mu?ttern und Großmu?ttern angeregt. Zuerst fragte ich mich, ob meiner Großmutter, die so gut wie nie lohnarbeitete, etwas gefehlt habe. Aufgewachsen mit der gewu?nschten Selbstverwirklichung durch Arbeit und der Selbstverständlichkeit der Ergreifung eines Berufs, war ich prompt davon ausgegangen, dass sie ihre Talente nicht nutzen konnte. Welchen Beruf hätte sie gerne ergriffen? Hätte sie, anstatt zu kochen, viel lieber geforscht oder gemalt? Hätte sie gerne verwaltet oder archiviert oder wäre sie gerne Försterin gewesen? Vielleicht hat sie sich weniger mit ihrem Tun identifiziert als mit anderen Zusammenhängen.
Auf Spaziergängen und in Gesprächen habe ich
u?ber zwei Monate versucht, mich dem vorangegangenen Leben, das so unvorstellbar fu?r mich scheint, anzunähern.
Wie war das Leben einer Hausfrau in den 1960er
Jahren? Was waren ihre Sorgen? Was war ihre
Freude? Was waren ihre Träume?
Als ku?nstlerisches Konzept habe ich mich in Briefen direkt an meine Großmutter gewendet und vielleicht auch Antworten erhalten.

Oma Lu?beck
Wer war meine Großmutter?

 

Deborah Jeromin, *1987 in Flensburg,
ist bildende Ku?nstlerin und lebt in Leipzig
und auf Kreta.
Ihr Interesse gilt textilen Handarbeitsprozessen und Erinnerung, feministischer Geschichtsschreibung und NS-Orten. Auf verschiedene Arten recherchiert sie dazu und macht dies in Film, Schrift und Installationen zugänglich. 2020 hat sie den zweisprachigen Essay
Fallschirmseide/?????? ??????????? (Spector Books) vorgelegt und den Film Verwundene Fäden u?ber die Erinnerungen kretischer Frauen an die
Fallschirme der deutschen Wehrmacht präsentiert.
Sie hat Förderungen der Stiftung Maecenia und der
Stiftung Kunstfonds Bonn, das Denkzeit-Stipendium und eine Drehbuch- und Filmförderung der KdFS,
das Arbeitsstipendium und die Katalog-Förderung
der Stadt Leipzig und DAAD-Stipendien erhalten.
Außerdem war sie Teil vom Ku?nstler*innen-Austausch LUX19: Frauenarbeit (Gedok Mitteldeutschland) und durfte in der Ku?nstlerresidenz Otte 1 in Eckernförde und der StudioGreen Residency in Norwegen arbeiten.
Jeromin hat Medienkunst in der Klasse expanded
cinema an der HGB in Leipzig studiert. Ihre Arbeiten
wurden u. a. im Museum der bildenden Ku?nste in
Leipzig, im Kunsthaus Dresden, in der Stoa Makazi
auf Kreta, beim Begehungen Festival Chemnitz,
auf der Britzenale, beim DOK Leipzig, auf den
Kurzfilmtagen Oberhausen und dem OSTEN-Festival
in Wolfen gezeigt. Mit ihrem Buch Fallschirmseide
veranstaltet sie regelmäßig Lesungen.
Im Fru?hling 2024 war sie Stipendiatin bei der GEDOK Schleswig-Holstein in Lu?beck.

deborahjeromin.net
verwundenefaeden.net

Gefördert vom Ministerium fu?r Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

Downloads

FlyerGedokLu__beck.pdf(809 Kb)

Veranstaltungsplan 2022

Jahresveranstaltungsplan 2022

(PDF, 1.5 mb)

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